Heuziehen

Das in den „Schupfen“ (Scheunen) gelagerte Heu von den Bergwiesen wurde erst im Winter ins Tal gebracht, da es auf dem Schnee leichter transportiert werden konnte. Zudem war das Futter auf dem Hof zum Teil aufgebraucht und es war wieder Platz im Stadel. Man wartete also, bis ausreichend Schnee gefallen war. Dann machte sich eine Gruppe von Männern in aller Früh auf den Weg. Zuerst mussten Heuwege – sogenannte „Heuriesen“ - angelegt werden. Der Schnee wurde dabei mit einem eigenen Gerät, der „Krukke“, zur Seite geräumt und mit den Schneereifen und den Schuhen festgetreten. Das Heu aus der „Almschupfe“ wurde dann in „Birlan“ (große Heuballen) gefasst, und mit der „Ferggl“ - einem Stangengerüst zum Ziehen – ins Tal gebracht. Hier musste es auf einen Heuschlitten umgepackt werden, mit dem es sodann zum Hof transportiert wurde. Ein „Birl“ wog ca. 200 - 300kg. Der Keilerbauer hatte von Pfoi ca. 50-60 „Birlan“ zu ziehen. Das Heuziehen war aufgrund der Lawinengefahr oftmals eine lebensgefährliche Arbeit. Nichts desto trotz war es eine willkommene und abenteuerliche Abwechslung, es war eine Art Gemeinschaftsarbeit mehrerer Bauern. Nach getaner Arbeit gab es auf den Höfen gutes Essen und oftmals wurde danach in der Stube stundenlang Karten gespielt. Heute wird das Heuziehen kaum mehr ausgeübt, weil das Heu im Sommer mit dem Traktor meist direkt ins Tal gebracht wird.

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