Kirchen im Villgratental

Wallfahrtskirche Maria Schnee

Kalkstein

Die Überlebenden der Pest (siehe „Die Pest in Kalkstein“) werden es wohl gewesen sein, die den ersten Kirchenbau gelobten. Die Kirchenweihe zu Ehren Maria Schnee erfolgte 1660. Seit 1880 und, mit Unterbrechungen, bis 1991 war diese Filiale der Pfarre Innervillgraten mit einem eigenen Priester besetzt. 1868 erfolgte ein Neubau der Kirche. Der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert stammt aus Quirin im Sellrain.

Im linken Chorfenster steht eine Schutzmantelmadonna, die mit dem Datum „20.10.1944“ an den Notabwurf von Bomben erinnert. Der Friedhof wurde 1949 geweiht. Seither werden die Kalksteiner in Kalkstein begraben. Ein Kreuz mit der Inschrift „Anno MDCXXXIIII sind 31 Personen dieser Ortschaft an Pest gestorben und wurden hier begraben“ erinnert an das Pestjahr 1634.
Der Widum aus 1802  und der dazu gehörende Stadel dienen heute dem Kalasantiner-Orden als Haus der Besinnung.
Für kunsthistorisch Interessierte: Kirchenführer unserer Region liegen in den Tourismusinformationsstellen auf.
Außer den drei beschriebenen Kirchen stehen in der Kulturlandschaft Villgratental noch 14 Kapellen. Einige sind mehrere Jahrhunderte alt, die meisten wurden im vorigen Jahrhundert errichtet.

Die Pest in Kalkstein
Wallfahrer aus Altötting schleppten 1634, über das Kalksteiner Jöchl kommend, die Pestseuche in Kalkstein ein. Die Hälfte der Einwohner, 31 Personen, starb daran. Von einer Verbreitung talauswärts ist nichts bekannt. Im Friedhof steht das schlichte Gedenkkreuz für die Pestopfer.

Der Legende nach war nur noch ein Bauer übrig. Den packte der Hunger. Im ganzen Haus fand er nichts mehr als einen großen Butterknollen. Mit den Worten „Heint leb i nou amol, morgen bin i eh hin“ (Heute lass ich es mir noch einmal gut gehen, morgen bin ich sowieso tot), aß er den Butterknollen zur Gänze auf. Am darauf folgenden Tag hat der Tod sein letztes Opfer geholt. Aber nicht die Pest hatte den Bauern dahingerafft, sondern der Butterknollen. Die Außervillgrater wissen es anders zu erzählen:
Einzige Überlebende waren ein altes Weibele (Frau) und eine Geiß. Nach dem Erlöschen der Seuche sei das Weibele mit der Geiß am Strick über den Peststeig von Kalkstein heraus zum Schönegger Hof gekommen und habe von dort hinunter ins Tal gerufen: „I und die Gaaß löbmt nou!“ („Ich und die Geiß leben noch“).

Inhalt aus-/einblenden
(1000)

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Datenschutzerklärung

Ok, verstanden